Bericht DFG Jugendfreizeit in Helsinki & Lappeenranta

31.07.10 - Abflug ab Frankfurt/Main

Um 17 Uhr trafen sich 20 Teenager zwischen 13 und 18 Jahren und die beiden Betreuer Uli und Gina am Frankfurter Flughafen. Sich dort zurecht zu finden war beim besten Willen nicht einfach, denn der Flughafen ist einfach nur riesig. Aber das Einchecken und die Gepäckaufgabe gingen letztendlich doch relativ problemlos über die Bühne und wir konnten alle ohne Bedenken in den Lufthansa-Flieger einsteigen. Im Flieger wurde kurz vor dem Start die finnische Zeitung "Helsingin Sanomat" verteilt, was in meinen Augen eine super Sache war, denn so konnte ich schon mal einen Blick in diese so bekannte Zeitung werfen. Allerdings habe ich nur Bruchteile der Texte verstanden, aber das war ja immerhin etwas. Der Flug selber verlief ohne Turbulenzen und wir kamen abends um kurz nach 10 finnischer Zeit in Helsinki an. Vom Flughafen brachte uns dann ein Bus zum Helsinkier Bahnhof, von wo wir nur noch 5 Minuten Fußweg zu unserem Hotel (Presidentti) hatten. Dort angekommen, wurden uns die Zimmer zugeteilt. Die Meisten teilten sich ein Zimmer zu zweit. Ich durfte mir mit meinen Freundinnen Jenny und Susanne (wir waren die einzigen Westfalen, die anderen kamen aus Baden Württemberg) ein Dreibettzimmer teilen. Allerdings war es nicht einfach, zu unserem Zimmer zu gelangen. Während die anderen noch mit der Zimmerzuteilung beschäftig waren, versuchten Jenny, Susanne und ich den Fahrstuhl zu überreden, uns in den 5. Stock zu fahren. Dies erforderte mehrere Versuche, denn entweder waren wir mit unserem Gepäck zu langsam beim Fahrstuhl, oder der Fahrstuhl war schon voller Leute. Als wir dann zum vierten oder fünften Mal den Fahrstuhl "verpasst" hatten, entwich mir ein halblautes "Ach Scheiße!!" In unmittelbarer Nähe der Aufzüge saß ein Finne auf einem Sofa, der daraufhin grinsend seine Deutschkenntnisse kundtat, so brachte er ein beinahe akzentfreies aber nicht böse gemeintes "Arschloch" hervor und sagte sofort, dass er kein Deutsch sprechen würde, dennoch verriet er uns seinen Namen und so war die erste Bekanntschaft geschlossen. Als wir es dann endlich geschafft hatten, unser Zimmer zu erreichen, fuhren wir stolz mit dem Aufzug zurück in die Lobby und verkündeten dem Finnen stolz (auf englisch), dass wir unser Zimmer erreicht hatten? Spaß muss eben sein und in Finnland findet man den auf jeden Fall!!

01.08.10 - Spaziergang durch Helsinki

Während einige von uns schon früh am Morgen die Sauna und den Pool unsicher machten, zogen wir Paderbornerinnen es vor noch ein wenig zu schlafen, bevor es endgültig Zeit zum Aufstehen war, denn gegen 9 Uhr gab es Frühstück: Brot, Rührei, kleine Fleischbällchen, Kekse, Cornflakes, Fisch, alle möglichen Brotaufstriche, Kaffee und Fruchtsäfte. Nach dem Frühstück ging es dann erstmal in den Supermarkt, wo wir dann Getränke und Süßkram eingekauft haben. Unglaublich, was man mit Lakritz alles machen kann. Sogar Kaugummi mit Lakritzgeschmack gab es und das war gar nicht mal so übel. Aber zumindest ich musste feststellen, dass finnisches Lakritz viel besser schmeckt, als Deutsches, es hat geradezu einen Suchtfaktor! Mit vollen Taschen stiefelten wir also aus dem Supermarkt Richtung Felsenkirche, die wir uns dann auch von innen angeschaut haben. Von dort aus ging es weiter zum Olympiastadion, auf dessen 72m hohen Turm wir uns dann begeben haben. Helsinki von oben?ein toller Anblick! Auf diesem Turm lässt es sich problemlos 15 Minuten aushalten, ohne, dass es langweilig wird. Bloß in dem Fahrstuhl bekommt man irgendwie Platzangst, selbst, wenn man zu viert da drin steht. Mehr Leute würden da auch nicht reinpassen. Nachdem wir Finnlands Hauptstadt von oben gesehen hatten, ging es weiter zum Helsinkier Dom. Welch riesiges Gebäude! Auf der großen Treppe vor dem Dom haben wir dann ein Gruppenfoto gemacht, allerdings nicht so, dass alle nebeneinander sitzen, wie man es eigentlich kennt. Nein. Die Anzahl der Stufen reichte aus, dass jeder auf einer Stufe Platz nehmen konnte. Es bot sich ein grandioses Bild, sodass selbst andere Touristen und Einwohner begannen, uns zu fotografieren. Nach dem Blitzlichtgewitter ging es weiter zur Uspenski Kathedrale, die aber leider geschlossen war, sodass wir sie nicht von innen besichtigen konnten. Also ging es weiter zum nicht weit entfernten Fischmarkt. Ein Muss für jeden, der gerne Fisch isst. Es riecht schon so gut, wenn man den Platz betritt. Besonders lecker ist Muikut, wovor allerdings viele zurückgeschreckt sind, weil die kleinen, nicht größer als 5cm großen Fische noch ganz waren, wirklich GANZ. Aber davon sollte man sich nicht beunruhigen lassen. Die Meisten von uns haben dann aber doch lieber Fast Food gegessen und keinen Fisch. Natürlich haben wir dort auch die Souvenir-Stände gestürmt. Ich bereue es, dass ich mir nicht auch so eine Kette mit Holzanhänger mit eingeritztem Rentier gekauft habe, aber das hole ich noch irgendwann nach. Aber immerhin hat Jenny eine Fahne ergattern können. Später ging es dann zurück zum Hotel. Bei einem Blick auf dem Stadtplan haben wir festgestellt, dass wir fast durch die ganze Stadt gelaufen sind. So furchtbar groß ist Helsinki also nicht, was aber auf keinen Fall heißt, dass man dort keinen Spaß hat?im Gegenteil. Helsinki is fun! Abends ging es dann wieder in den Supermarkt, denn wir hatten noch Hunger und brauchten etwas zu essen. Jenny?s und meine Wahl fiel auf: Toastbrot. Susanne hingegen hatte sich gleich einen Apfelkuchen gekauft. Ich hab mir zusätzlich noch ein paar Lakritzstangen gekauft und dann hat sich die ganze Gruppe auf die Treppen einige Meter weiter gesetzt. In der Kneipe (?) nebenan spielte gerade eine Jazz/Blues Band. Später sind wir mal dort in die Nähe gegangen um zu gucken, als plötzlich ein vielleicht nicht mehr ganz nüchterner Mann vor Susanne auf die Knie fiel und ihr einen Heiratsantrag machte. So etwas passiert. Aber wir hatten Spaß dabei. Spät Abends gegen 23 Uhr war es Zeit für den Gute-Nacht-Snack. Also sind wir in den benachbarten McDonald`s gegangen und haben es uns dort noch einmal richtig gut gehen lassen.

02.08.10 - Die Reise zur Insel Päiviö bei Lappeenranta

Der Morgen verlief genau wie der Vorherige. Nachdem wir unsere Koffer gepackt und die Zimmer geräumt hatten, ging es noch mal ab in die Helsinkier Innenstadt und wir durften shoppen gehen. Für mich stand schon von Anfang an fest, dass ich unbedingt in den Hellsinki Rock Shop musste, um mir ein Shirt mit der brennenden Aufschrift "Hellsinki" zu kaufen. Als Fan der finnischen Metal- Szene ein Muss, da so ziemlich jeder finnische Metal- Musiker dieses Shirt besitzt. Susanne hatte sich in demselben Laden ein so genanntes Killernietenhalsband mit 5 cm langen Nieten gekauft, woran sie riesigen Spaß hatte, dazu später mehr. Wir besuchten noch den Plattenladen direkt neben dem Rock Shop, wo wir eine gute halbe Stunde blieben und dann ging es zurück zum Hotel, wo uns der Bus nach Lappeenranta abholte. Gute 3 Stunden dauerte die Fahrt, wenn ich mich recht erinnere. Auf der Fahrt knurrte mir der Magen und ich hatte Hunger wie ein Bär, bis mir dann kurz vor dem Ziel einfiel, dass ich noch Toastbrot aus Helsinki im Rucksack hatte?na ganz toll! Mit einer kleinen Fähre fuhren wir dann über den Saimaa See zur Insel Päiviö, wo es dann erst einmal etwas Richtiges zu essen gab, wobei Susanne gleich versuchte, einen Apfel an ihrem Killernietenhalsband aufzuspießen, was auch wunderbar geklappt hat. Dann gingen wir in unsere Hütten, um die Koffer auszupacken. Es gab nur leider keine Kleiderschränke, sodass alles im Koffer bleiben musste. Was sanitäre Anlagen anging: Eine Dusche gab es nur in der Sauna, aber da kam ausschließlich eiskaltes Seewasser heraus und richtige Toiletten gab es auch keine. Wir mussten uns mit Plumpsklos zufrieden geben. Aber dafür war unsere Badewanne umso größer, es war der Saimaa selber. Daran mussten wir uns gewöhnen, aber das hat super geklappt. Abends haben wir natürlich erstmal die Sauna ausgetestet und als sehr sehr gut bewertet und die anschließende Abkühlung im Saimaa war einfach der Oberhammer. Nirgendwo kann man sich so frei fühlen, wie in einem eiskalten See nach der Sauna!!

03.08.10 - 06.08.10 & 08.08.10 - Das Leben auf einer einsamen Insel  

Wahrscheinlich denken jetzt die Meisten, dass ein toller Urlaub ohne Dusche und vernünftige Toiletten unmöglich ist?aber das ist ein gewaltiger Irrtum! Die Tage auf der Insel waren Freiheit pur: Sauna, rudern, angeln, baden gehen, relaxen und Fotos machen können mehr Spaß machen, als man glaubt. Vor allem, wenn man die richtigen Leute um sich rum hat, die zum Beispiel bekloppt genug sind, die Insel mit dem Kanu zu umrunden, was wirklich riesig großen Spaß macht und ungefähr 45 Minuten dauert. Langweilig wurde uns nie und wenn wir auf die o.g. Aktivitäten keine Lust hatten, gab es ja immer noch Bücher, die in unseren Taschen schlummerten. Das Wetter war einfach klasse, es hat nur einmal kurz geregnet und gewittert, aber das war nach 10 Minuten vorbei und in der letzten Nacht hat es auch gewittert, aber das war ja egal, wir lagen ja in unseren eigentlich viel zu kleinen Betten (mein Schlafsack war länger als das Bett). Inselurlaub kann sich also doch lohnen.

07.08.10 - Lappeenranta

Heute ging es zum ersten Mal seit dem 03.08. wieder in die Stadt. Endlich mal wieder unter Menschen! Dieser Tag war besonders warm und der Street Train, mit dem wir durch die Stadt gefahren sind, war eine fahrende Sauna. Wir waren viel zu sehr damit beschäftigt möglichst trocken zu bleiben, als der Stimme zu lauschen, die aus den Kopfhörern im Street Train drang und uns in die tiefen Geheimnisse der Stadt einweihte. Nach der Fahrt durch die Stadt durften wir uns etwas an den Ständen austoben, die sich am Hafen von Lappeenranta befanden, bevor es weiter ging mit dem Programm. Auf dem Plan stand jetzt eine Schifffahrt auf dem Saimaa See und durch den Saimaa Kanal. Die Meisten von uns waren sehr fasziniert von der Schiffsschleuse, in der wir uns nach einiger Zeit befanden. Denn die Mehrzahl schien so etwas noch nie gesehen zu haben. Spaß pur, trotz der heftigen Hitze. Später sind wir erstmal auf die Suche nach einem Supermarkt gegangen, denn unsere Getränkeflaschen waren leer und Getränkereste waren so warm geworden, dass es einfach unangenehm war, diese zu trinken. Kühle Getränke mussten her! Wir setzten uns auf eine Wiese, wo auch viele andere Finnen Platz gefunden haben. Die Pause tat auf jeden Fall gut. Später sahen wir uns ein wenig weiter um, denn in Lappeenranta war gerade Stadtfest. Auf einer der Bühnen spielte eine Rockband, die wir so toll fanden, dass wir gleich ein Foto mit den Bandmitgliedern machen wollten und es auch bekommen haben. Der Tag hat sich also auch gelohnt. Um kurz nach 10 abends ging es dann wieder zurück auf die Insel, wo wir dann baden durften, da wir einfach eine Abkühlung brauchten. Danach ging es wieder in die Hütten, um den "Matratzenhorchdienst" anzutreten.

09.08.10 - Abreise

Dieser Tag war nicht sonderlich spannend. Nachdem unsere Koffer gepackt und die Hütten gereinigt waren, ging es schon wieder mit dem Bus zurück nach Helsinki zum Flughafen. Nachdem ich mein Gepäck abgegeben hatte und das erste Mal seit Tagen wieder auf einer richtigen Toilette mit Spülung und Waschbecken gewesen bin, ging ich mit Susanne noch mal in den Kiosk, während Jenny die ehrenvolle Aufgabe hatte unser Handgepäck zu bewachen. Im Kiosk habe ich dann noch eine Schachtel Salmiakki und Souvenirs ergattern können. Dann ging es mit Sack und Pack Richtung Security und anschließend in einen Süßigkeitenladen, wo Jenny noch original finnische Schokolade eingekauft hatte und in einen kleinen Buchladen, wo ich dann fündig geworden bin. Um viertel vor sieben startete dann das Flugzeug Richtung Frankfurt. Im Flieger packte ich meine Souvenirs aus und musste feststellen, dass meine finnischen Souvenirs made in Germany waren. In Frankfurt haben wir dann am Gepäckband noch ein letztes Gruppenfoto gemacht, bevor wir uns emotional voneinander verabschiedet hatten und dann ging es wieder zurück nach Hause. Auf Wiedersehen Finnland, man sieht sich möglichst bald wieder.

Text by Melanie